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Für eine bessere Versorgung und Transparenz

100.000 Menschen in Deutschland sterben in jedem Jahr den plötzlichen Herztod.

Eine erschreckende Zahl wirft ein unschönes Licht auf einen Aspekt der medizinischen Versorgung in Deutschland. Die Zahl von 100.000 Toten bedeutet, dass Jahr für Jahr selbst in kleinsten Kommunen von nur 800 Menschen, mehr als 1 Mensch gerettet werden könnte. Rettung bei Kammerflimmern, ein Zustand, der dem plötzlichen Herztod vorausgeht, kann ein so genannter Defibrillator, auch kurz Defi genannt, bringen. Es handelt sich dabei um Geräte, die das Herz durch einen gezielten (und heute weitgehend schonenden) Stromschlag wieder in den richtigen Rhythmus bringen. Allein: Wer weiß schon, was ein Defibrillator ist, wo ein Defibrillator zu finden und wie er zu bedienen wäre. Während in Amerika die Dichte dieser lebensrettenden Geräte optimal ist (auf 140 Menschen kommt 1 Defi) ist Deutschland in dieser Beziehung ein Entwicklungsland. 20.000 Menschen teilen sich einen Defi. In Frankreich sind es immerhin 14.000. Es gibt also viel zu tun, um die Sicherheitslage zu verbessern. Der gemeinnützige Vereindefinetz e.V. widmet sich diesem Thema.


In Kenntnis dieser Situation, im einen oder anderen Fall vielleicht sogar aus eigener Betroffenheit, haben sich im April  2011, die zwölf Gründungsmitglieder von definetz e.V. getroffen. Im Wesentlichen verfolgt die unabhängige Gruppe aus Medizinern, Planern, Unternehmern und anderen Fachleuten drei Ziele:

1. Analyse der heute chaotischen Informationslage zum Thema Defi-Standorte

Wissen Sie, wo ein Defi ist? Diese Frage können nur die wenigsten Menschen beantworten und wenn, ist es auch das nächste? Immerhin bleibt nur eine kurze Zeitspanne von 3 bis 5 Minuten, in der die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, einen Menschen ohne bleibende Schäden wieder zu beleben. Zwar gibt es in einzelnen Städten Ansätze für ein "Defi-Kataster", aber es ist nicht einheitlich, die Erfassungskriterien sind sehr unterschiedlich, die Betreiber sind mitunter Hersteller oder Händler, die nicht alle Geräte erfassen und eine kontinuierliche Aktualisierung ist häufig nicht gewährleistet.

definetz e.V. erstellt ein bundesweites Kataster mit Standorten von Defibrillatoren. Bei der Erfassung werden nicht nur die reinen Standorte berücksichtigt, sondern auch Angaben wie Betreiber, letzte Wartung oder Erreichbarkeit, damit der Helfer im Notfall nicht vor einer verschlossenen Ladentür steht.

 

2. Entwicklung von Kriterien für eine bedarfsorientierte Versorgungsplanung mit Defibrillatoren

Die Verteilung von Defibrillatoren ist heute eher zufällig. Wichtig jedoch wäre es, die Geräte dort zu haben, wo sie gebraucht werden und auch erreichbar sind. Dies ist eine im wesentlichen planerische Aufgabe. Deshalb arbeitetdefinetz e.V. mit den Raumplanern der Universität Dortmund zusammen. Im Rahmen einer ersten wissenschaftlichen Arbeit wurden die Grundlagen dafür geschaffen, dass Kommunen oder Unternehmen Kriterien für eine optimale Standortplanung an die Hand bekommen. Zurzeit wird im westfälischen Bönen an der Umsetzung eines Pilotprojektsgearbeitet.

 

3. Stärkung der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema "defis retten Leben"

An vielen Orten und durch viele Initiativen ist das Thema bereits aufgegriffen und wird zum Teil in vorbildlicher Form vermittelt. Die Plattform definetz e.V. versteht sich als ein Pool, in dem diese Initiativen und ihre Arbeit gespiegelt und Austausch ermöglicht werden sollen. Auch das "Defibrillationsrad" muss ja nicht ständig neu erfunden werden.